Es ist so: je länger ich fotografiere, desto schwieriger wird es für mich, den Zu-Offensichtlich-Modus abzuschalten. Einfaches Beispiel: ein tolles Graffiti. Oder ein ranziges altes Gebäude. Oder etwas voll ironisches. Wenn ein Motiv allzu offensichtlich ist, widerstrebt es mir zutiefst, draufzuhalten. Das ist sicher ein bisschen bescheuert, schon klar, aber wozu habe ich denn all die Bücher im Regal, die ich mir immer wieder ansehe um zu verstehen, was diese tollen Fotos ausmacht? Sicher nicht, um, naja, das zu tun, was jeder machen würde. Ebenfalls bescheuert, klar. Nun kommt das Problem: es ist mir immer ein Vergnügen, durch die Gegend zu streunen, die Kamera immer bereit, die Augen immer offen und nach Motiven zu suchen. Aber Captain Obvious läuft mit und ich kehre auch gerne mal ohne ein einziges Foto zurück. Das ist aber auch nicht allzu wichtig, weil man auch ohne Ergebnis seinen Blick schärft und damit in Übung bleibt. 

Heute hatte ich endlich mal wieder ein bisschen Zeit zum streunen. Aber heute gab es eine selbst gesetzte Regel: keine Regeln! Ich hatte mir selbst erlaubt, auch das offensichtlichste zu fotografieren. Und was kam dabei heraus? Fotos, die genau so aussehen, wie sonst auch. Erstaunlich. 

Aus der Reihe: “Ich wollte euch gerne diese Fotos zeigen und habe  letztens versprochen, dazu auch hin und wieder etwas zu schreiben”. Schönen Abend noch!

Jamie xx: Sleep Sound

Deaf Dancers Move to the Silence with Artist Sofia Mattioli

Via Nowness “I was on a train listening to music, getting deep into it, and this girl started staring at me,” says London-based artist and poet Sofia Mattioli of the genesis of her video for Jamie xx’s “Sleep Sound.” “After a while I took my headphones off and she came up to me, started signing and then wrote me a note to say that she was deaf but could almost feel the music by my movement.” With the germ of an idea from this chance encounter, Mattioli was asked to create a video for the Grammy-winning producer of Alicia Keys, Gil Scott-Heron and Drake, and member of The xx. During the course of one day, Mattioli danced with 13 members of the Manchester Deaf Centre with ages ranging from five to 27 years old, who responded to the movement of the artist and the vibrations in the air given off by the song. “The relationship between silence and music is a big part of what I am trying to express with my work,” she says. “The first kid in the video, Archie, was bliss—all of them were amazing. I hope this is a project I can develop further.”

Dankbarkeit

Dankbarkeit. Was für ein großes und schönes Wort. Ich beschäftige mich gerade viel damit. Ich meine, es ist nicht so, dass ich nicht dankbar bin. Dankbar für Freunde und Familie zum Beispiel. Wie cool die sind. Wie die immer da sind. Immer. Aber auch Dankbarkeit für jeden Auftrag, ja sogar für jede Anfrage, für jedes Mal, wenn einem jemand sein Vertrauen schenkt. Man läuft ja schnell Gefahr, vieles für selbstverständlich zu halten, so ganz unbewusst. Der Alltag, die Gewohnheiten, die Umstände, die Zeit (hab gerade echt keine) – die spielen gerne dagegen. Wer schon zwei- dreimal da war, der ist halt da, ne? Falsch. Wer schon zwei, drei Aufträge an dich vergeben hat, der macht das auch immer wieder. Falsch. JEDES einzelne Mal, wenn jemand DIR den Zuschlag gibt, für ein Treffen, für seine Zeit, für seine Hilfe oder für einen Job, ist das großartig. Darf man nicht vergessen. Darf man auch nicht als selbstverständlich hin nehmen. Dafür muss man dankbar sein. Immer.

(Das ist natürlich in erster Linie ein Reminder für mich selbst. Dran bleiben, danke sagen, da sein.)

Danke fürs Lesen!